In der Reihe Wildkräuter im Portrait geht es heute um den Giersch. 

Giersch – der Schrecken der Gartenbesitzer

Der wuchsfreudige Giersch ist der Schrecken vieler Gartenbesitzer – oft zu unrecht, wie ich finde 🙂 

Jedes Jahr im Frühjahr schießen aus den sich unterirdisch „wie wild“ ausbreitenden Ausläufern des Giersch massenweise Blätter, die schnell recht groß werden und die Tendenz haben, alles andere zu beschatten und absterben zu lassen.

Und egal, was der verzweifelte Gartenbesitzer auch unternimmt, der Giersch wächst und wuchert und scheint fast unbesiegbar.

Giersch im Überfluss 

Aber genau das ist für uns in der Rohkost-Ernährung ein Vorteil. Hast du ein Eckchen mit Giersch im Garten oder findest du irgendwo in der Natur ein Stückchen mit ungespritztem Giersch, hast du vom Frühjahr bis zum Ende des Sommers eine kaum enden wollende Quelle für frisches Grün.

Was du auch erntest, es wächst einfach wieder nach. Also ernte ruhig drauf los, auf diese Weise bringst du bei einem etablierten Gierschbestand den Giersch dazu, ständig wieder neue frische Blätter statt Stängel und Blüten zu bilden. 

Giersch schmeckt relativ mild 

Dabei hat Giersch einen milderen, also weniger bitteren Geschmack als viele andere Wildkräuter, was ihn besonders für diejenigen zu einer guten Wahl macht, die erst gerade anfangen, Wildkräuter zu sammeln und zu verspeisen. 

Wie grundsätzlich bei Wildkräutern so sind auch beim Giersch die jungen, zarten Triebe die besten und mildesten. Die gibt es natürlich im Frühjahr, aber den ganzen Sommer über kannst du älteren Giersch einfach radikal ausrupfen, dann treibt er hellgrüne, zarte, junge Triebe nach :-)

Wie grundsätzlich bei Wildkräutern so sind auch beim Giersch die jungen, zarten Triebe die besten und mildesten. Die gibt es natürlich im Frühjahr, aber den ganzen Sommer über kannst du älteren Giersch einfach radikal ausrupfen, dann treibt er hellgrüne, zarte, junge Triebe nach 🙂

Giersch – junge Blätter pflücken 

Und was grundsätzlich bei Wildkräutern die Regel ist, gilt auch für den Giersch:

Junge Triebe sind zarter und schmecken besser als alte.

Und dabei hat Giersch – auch das gilt allgemein für Wildkräuter – einen deutlich höheren Mineralstoff- und Vitamingehalt als kultivierte Salate, Spinat etc.

Giersch in der Rohkostküche

Du kannst die Gierschblätter einfach so essen, oder den Giersch in Salaten, Smoothies und Pestos verwenden.

Auch Trocknen kannst du die Gierschblätter, um sie im Winter für Tee oder als Gierschpulver für Smoothies zu verwenden. 

Kleine Sträußchen mit Giersch zum Trocknen für Gierschpulver, das man im Winter in Rohkost-Smoothies machen kann ...

Kleine Sträußchen mit Giersch zum Trocknen für Gierschpulver, das man im Winter in Rohkost-Smoothies machen kann …

Der Giersch – ein Doldenblütler 

Der Giersch gehört zu den Doldenblütlern und ist damit mit der Möhre, der Petersilie, dem Pastinak, dem Dill, dem Kümmel und dem Anis verwandt.

Falls du den Giersch noch nicht kennst, dann mache unbedingt eine Kräuterwanderung o.Ä. mit!

Gierschblätter und die ganze Wuchsform des Giersch sind zwar sehr charakteristisch, und du kannst die Blätter kaum mit Giftpflanzen verwechseln. 

Verwechslungsgefahr bei Doldenblütlern! 

Allerdings darfst du dich nicht von einer weißen oder weißlichen Doldenblüte dazu verleiten lassen, zu glauben, dass du nun eine Gierschpflanze vor dir hast. Die Blüten vieler Doldenblütler sind weiß oder weißlich, und diese Familie hat auch giftige – teilweise sogar extrem giftige – Vertreter, wie beispielsweise ältere Exemplare des Wiesen-Bärenklau, der Riesen-Bärenklau, die Hundspetersilie und der Gefleckte Schierling.

Sokrates beispielsweise wurde hingerichtet, indem er dazu verurteilt wurde, einen Becher mit Schierlingssaft, den Schierlingsbecher, zu trinken.

So erkennst du Gierschblätter

Bei Doldenblütlern musst du also unbedingt die Blätter unterscheiden können!

Ein gutes Erkennungsmerkmal der Gierschblätter ist ihr dreieckiger Stengel.

Giersch in der Volksmedizin 

In der Volksmedizin behandelte man übrigens Gicht und Rheuma mit Giersch, daher wird er auch Podagrakraut oder Zipperleinskraut genannt, worauf auch der lateinische Name Aegopodium podagraria hindeutet. 

Und Aegopodium bedeutet übrigens Ziegenhuf. 

Wildkräuter-Special

Meine Wildkräuter-Portraits wie dieses hier über den Giersch sind Teil eines umfassenden Wildkräuter-Specials, in dem du nicht nur viel Wissenswertes über die wunderbare Welt der Wildkräuter erfährst, sondern auch umfassende Tipps zum Sammeln von Wildkräutern erhältst. Und auch Rohkostrezepte mit Wildkräutern gibt es in Hülle und Fülle. 

Hier fühlt sich der Giersch sichtlich wohl - und das darf er auch, denn so habe ich monatelang frisches Grün für Rohkostsalate, Smooties und frischgepresste grüne Säfte :-)

Kniehoch wuchert hier der Giersch und fühlt sich sichtlich wohl – und das darf er auch, denn so habe ich monatelang frisches, ungespritzes Grün für Rohkostsalate, Smooties und frischgepresste grüne Säfte 🙂